Eine Pkw-Navigation schickt einen 4 Meter hohen Lkw ohne Zögern unter eine Brücke mit 3,80 Meter Durchfahrtshöhe. Sie ist nicht nachlässig, sie weiß schlicht nicht, was Sie fahren. Genau das ist das Problem bei der Wahl einer Navigations-App für den Lkw. Im App Store schauen die meisten gleich aus, die Unterschiede zeigen sich erst auf der Straße, meist im ungünstigsten Moment. Hier die zehn Punkte, die eine Lkw-Navi-App können muss, und wie Sie jeden davon prüfen, bevor Sie ihr eine volle Ladung anvertrauen.

Lkw-Routing ist kein Pkw-Routing mit größerem Symbol. Es ist eine andere Rechnung, denn ein Lkw hat Einschränkungen, die ein Pkw nie hat: Höhe, Gewicht, Länge, Achslast, Ladungsart und eine lange Liste von Straßen, auf denen er schlicht nicht fahren darf.
Eine Pkw-App sucht die schnellste Route. Eine Navigation für Lkw muss die schnellste Route finden, die für Ihr konkretes Fahrzeug erlaubt und auch tatsächlich befahrbar ist. Das ist nicht dasselbe, und genau in dieser Lücke stecken Strafen, Schäden und lange Umwege.
Die zehn Kriterien unten zerlegen genau diese Lücke in Punkte, die Sie selbst prüfen können.
Ob das für Sie die richtige App ist, hängt davon ab, wo Sie fahren und was Sie laden. Stellen Sie die zehn Fragen unten jeder App, die für Sie in Frage kommt.
Kern jeder Lkw-Navi-App ist das Fahrzeugprofil: Höhe, Gewicht, Länge, Breite, Achszahl und Ladung. Kann die App diese Werte nicht erfassen, berechnet sie keine Lkw-Routen. Sie berechnet Pkw-Routen und hofft auf das Beste.
Vorsicht bei Apps mit nur einem allgemeinen Lkw-Modus. Ein 3,5-Tonnen-Transporter und ein 40-Tonnen-Sattelzug sind verschiedene Fahrzeuge mit verschiedenen Beschränkungen, eine einzige Einstellung wird nicht beiden gerecht.
Geben Sie Ihre echten Maße ein und planen Sie eine Strecke, die Sie gut kennen. Funktioniert das Profil, meidet die App die Straßen, die Sie meiden müssen, und die Route ändert sich, sobald Sie Höhe oder Gewicht anpassen.
Viele Fahrer sitzen nicht jeden Tag im selben Fahrzeug. Eine Woche ein Solofahrzeug, die nächste ein Sattelzug, dazwischen ein Transporter für eine kurze Tour. Müssen Sie Ihre Maße bei jedem Fahrzeugwechsel neu eintippen, passiert eins von zwei Dingen: Sie lassen es bleiben oder Sie vertippen sich.
Gespeicherte Profile, die sich mit zwei Fingertipps wechseln lassen, lösen das Problem. Das klingt nach Komfort, ist aber eine Frage der Sicherheit, denn genau das Profil, das Sie aus Bequemlichkeit nicht umstellen, schickt Sie unter eine niedrige Brücke.
Legen Sie zwei Profile mit deutlich unterschiedlicher Höhe an, wechseln Sie zwischen ihnen und lassen Sie dieselbe Route neu berechnen. Arbeitet die App richtig, ändert sich die Route sichtbar. Zählen Sie die Fingertipps: Sind es mehr als drei, machen Sie es nicht, wenn Sie müde sind.
Eine gesperrte Straße zu meiden ist das Minimum. Rechtzeitig davon zu erfahren, unterscheidet eine gute App von einer brauchbaren. Niedrige Brücken, Gewichtsgrenzen, Breitenbeschränkungen, saisonale Fahrverbote: Sie wollen davon wissen, solange Sie noch abbiegen können.
Dasselbe gilt für Warnungen vor Dingen, die man auf der Karte nicht sieht: enge Kurven, starke Steigungen und Abschnitte, auf denen für Lkw ein niedrigeres Tempolimit gilt als für alle anderen.
Planen Sie eine Route durch ein Gebiet mit einer bekannten Höhenbeschränkung und achten Sie darauf, wie früh die App Sie warnt. Prüfen Sie dann, ob die Warnung nur angezeigt oder auch angesagt wird, denn Sie schauen ja nicht auf den Bildschirm.
Der Empfang bricht weg. In Tunnels, in den Bergen, in Grenzregionen und garantiert in genau dem Gewerbegebiet, in dem Sie noch nie waren. Eine App, die zum Neuberechnen eine Verbindung braucht, lässt Sie genau dann im Stich, wenn Sie sie brauchen.
Achten Sie darauf, was „offline“ genau heißt. Manche Apps speichern nur eine vorab geplante Route, und das ist nicht dasselbe wie die Karte. Müssen Sie einen Umweg fahren, hilft Ihnen eine gespeicherte Route gar nicht. Sie brauchen die vollständige Karte am Gerät, inklusive Lkw-Attribute, damit die App ohne Verbindung neu berechnen kann.
Offline-Karten für Lkw gibt es häufig nur in einem kostenpflichtigen Tarif. Das ist meist auch in Ordnung, Sie sollten es aber wissen, bevor Sie Ihre Woche darauf aufbauen.
Laden Sie die Karten der Länder herunter, in denen Sie fahren, schalten Sie den Flugmodus ein und planen Sie eine Route in einem Gebiet, das Sie in der App noch nie aufgerufen haben. Plant die App ohne Empfang, berechnet sie neu und leitet sie Sie um, ist sie wirklich offline.
Eine App, die in einem Land hervorragend und zwei Grenzen weiter mittelmäßig ist, nützt im internationalen Verkehr wenig. Abdeckung heißt nicht nur, dass es die Karte gibt, sondern dass die Lkw-Beschränkungsdaten dahinter aktuell gehalten werden: Höhenbegrenzungen, Gewichtsgrenzen, Umweltzonen, Gefahrgutregeln.
Diese Regeln ändern sich. Führt ein Land eine neue Umweltzone ein, sieht eine zulässige Route über Nacht anders aus, und eine App mit veralteten Daten führt Sie direkt in die Strafe. Dasselbe gilt für Mautvorgaben, die sich von Land zu Land unterscheiden.
Planen Sie eine grenzüberschreitende Route durch die Länder, in denen Sie regelmäßig unterwegs sind, und schauen Sie, ob Beschränkungen auf beiden Seiten jeder Grenze angezeigt werden. Prüfen Sie dann, wie oft die Karten aktualisiert werden und ob Updates inklusive sind oder extra kosten.
Live-Verkehr ist heute Standard, die Frage ist also nicht, ob die App ihn hat. Die Frage ist, was sie damit macht. Eine Umleitung, die den Stau umfährt, indem sie Sie auf eine für Ihren Lkw gesperrte Straße schickt, hat Ihren Tag deutlich schlechter gemacht, nicht besser.
Gute Apps berechnen neu, ohne die Grenzen Ihres Fahrzeugprofils zu verlassen. Schwächere planen die Umleitung einfach wie eine neue Pkw-Route.
Schauen Sie beim nächsten echten Stau, was die App vorschlägt. Ist die Alternative eine schmale Straße oder eine Abkürzung durch eine Anrainerstraße, ignoriert die Umleitung Ihr Profil. Dann wissen Sie, dass Sie ihr nicht trauen können.
Vor Ende der Lenkzeit einen legalen, sicheren Stellplatz zu finden, gehört zu den echten täglichen Belastungen im Beruf. Eine App, die Lkw-Parkplätze mit Ausstattung und einem Hinweis auf freie Plätze zeigt, spart mehr Zeit und Nerven als die meisten Routing-Funktionen.
Brauchbar ist die Variante, die zeigt, was wirklich da ist: gesichert oder nicht, Duschen, Essen, Anzahl der Stellplätze und idealerweise aktuelle Hinweise anderer Fahrer, ob der Platz früh voll ist. In Eurowag Navigation filtern Sie die Suchergebnisse direkt nach diesen Kategorien und suchen so gezielt nach einem Parkplatz mit Duschen oder gesichertem Bereich, statt sich durch alles zu scrollen.
Suchen Sie entlang einer Strecke, die Sie kennen, und vergleichen Sie, was die App anzeigt, mit Plätzen, auf denen Sie tatsächlich gestanden sind. Fehlen offensichtliche Plätze oder tauchen längst geschlossene auf, werden die Daten nicht gepflegt.
Kraftstoff ist der größte beeinflussbare Kostenfaktor im Straßentransport, und wo Sie tanken, gehört zur Routenplanung, nicht zur Nachbereitung. Eine App, die Tankstellen entlang Ihrer Route samt Angebot zeigt, ist schon nützlich.
Deutlich nützlicher wird es, wenn die angezeigten Tankstellen solche sind, an denen Ihre Karte auch akzeptiert wird. Eine günstige Tankstelle, an der Sie nicht zahlen können, ist keine günstige Tankstelle.
Planen Sie eine lange Route und schauen Sie, ob Tankstopps mit echten Details angezeigt werden: Öffnungszeiten, Lkw-Spuren, Ausstattung. Gleichen Sie dann das Netz mit Ihrer Tankkarte ab, denn eine App, die an ein Netz gebunden ist, in dem Sie zahlen können, spart Ihnen bei jedem Tankstopp einen Schritt.
Das ist das Kriterium, das in keiner Funktionsliste steht und das jeder am ersten Tag merkt. Braucht die Adresseingabe sechs Fingertipps und zwei Menüs, erledigen Sie das am Ende während der Fahrt, und das macht diese Bedienung wirklich gefährlich.
Achten Sie auf große Bedienelemente, einen Bildschirm, den Sie mit einem Blick erfassen, klare Sprachansagen, denen Sie ohne Hinschauen folgen können, und eine Spurführung, die Ihnen die richtige Spur vor der Kreuzung anzeigt und nicht erst mittendrin.
Prüfen Sie außerdem, ob die App Ihre Sprache wirklich gut beherrscht. Ansagen in einer Sprache, die Sie nur halb verstehen, lenken ab, statt zu helfen.
Planen Sie eine Route im Fahrerhaus, in Ihrer normalen Sitzposition, und zählen Sie, wie viele Fingertipps Sie brauchen und ob Sie den Bildschirm bei Tageslicht lesen können. Fahren Sie dann eine vertraute Strecke und achten Sie darauf, ob die Ansagen früh genug kommen, damit Sie reagieren können.
Navigation ist nur ein Teil des Arbeitstags, zu dem auch ein Disponent, ein Zeitfenster, Tankbelege und ein Tachograph gehören. Eine App, die isoliert läuft, zwingt Sie, zwischen drei Dingen hin- und herzuwechseln und im Büro anzurufen.
Sinnvoller ist ein System, in dem Route, Auftrag und Papierkram zusammenhängen: Die Disposition schickt den nächsten Auftrag direkt in die App, Sie schreiben Nachrichten, ohne zum Telefonieren anhalten zu müssen, und nach dem Tanken müssen Sie keine Belege sammeln.
Fragen Sie, ob sich die App an die Systeme anbinden lässt, die Ihr Unternehmen bereits nutzt, und vor allem, ob Aufträge direkt an den Fahrer geschickt werden können. Nutzt Ihr Fuhrpark Telematik, prüfen Sie, ob beides zusammenspielt, denn wer dieselben Daten zweimal eingibt, macht früher oder später Fehler.
Zehn Kriterien auf einmal abzuwägen ist viel. Deshalb hilft es, sie danach zu sortieren, was passiert, wenn die App hier versagt.
Nicht verhandelbar, weil Fehler hier Geld oder Sicherheit kosten:
• Routing nach Fahrzeugprofil (1) und mehrere Profile (2)
• Rechtzeitige Warnungen (3)
• Offline-Karten in den Ländern, in denen Sie fahren (4 und 5)
Alles andere entscheidet darüber, wie viel Zeit, Stress und Kraftstoff Ihnen die App im Monat spart. Das ist Geld wert, aber kein Grund für schlaflose Nächte, wenn ein Punkt schwächer ausfällt als ein anderer.
Ein Tipp aus der Praxis: Testen Sie mit einer Route, die Sie in- und auswendig kennen, nicht mit einer neuen. Auf einer vertrauten Strecke merken Sie sofort, wenn die App etwas Falsches vorschlägt. Auf einer unbekannten fahren Sie ihr einfach nach.
Eine Navigations-App für Lkw berechnet die Route anhand der Maße und der Ladung Ihres Fahrzeugs. Sie meidet Straßen mit Höhen-, Gewichts-, Breiten- oder Längenbeschränkungen, weist auf ADR-Tunnelkategorien, Umweltzonen und Gefahrgutbeschränkungen hin und warnt vor niedrigen Brücken, bevor Sie dort ankommen. Eine Pkw-App sucht nur die schnellste Route.
Nur, wenn sie die Karte am Gerät speichern. Manche Apps speichern nur eine vorab geplante Route, und die hilft nicht mehr, sobald Sie einen Umweg fahren müssen. Laden Sie die vollständige Karte mit Lkw-Attributen herunter, damit die App ganz ohne Empfang neu berechnen kann. Das ist meist eine kostenpflichtige Funktion.
Das hängt davon ab, was Sie brauchen. Einfaches Online-Routing gibt es oft gratis, Offline-Karten und erweiterte Navigationsfunktionen meist nur im kostenpflichtigen Tarif. Prüfen Sie genau, was welcher Tarif enthält, bevor Sie sich auf einer langen internationalen Tour darauf verlassen.
Für die meisten Fahrer reicht eine App, und sie wird deutlich öfter aktualisiert als ein Gerät. Ein eigenes Lkw-Navigationsgerät hat einen größeren Bildschirm und leert nicht Ihren Handyakku, es passt also nach wie vor zu Fahrern, die den ganzen Tag auf unbekannten Strecken unterwegs sind. Läuft die App über CarPlay oder Android Auto auf dem Display im Armaturenbrett, ist der Unterschied in der Praxis gering.
Sie sind nur so gut wie die Beschränkungsdaten hinter der Karte, und diese Daten ändern sich. Eine App, deren Karten nur ein paar Mal im Jahr aktualisiert werden, übersieht eine neue Beschränkung oder eine neue Umweltzone. Prüfen Sie, wie oft die Karten aktualisiert werden und ob Updates inklusive sind, und schauen Sie auf einer Route durch eine unbekannte Stadt lieber zweimal hin.
Eine einzige Antwort gibt es nicht, denn es hängt davon ab, wo Sie fahren und was Sie laden. Prüfen Sie jede App, die für Sie in Frage kommt, anhand der zehn Kriterien oben und testen Sie sie auf einer Route, die Sie bereits gut kennen. Auf einer vertrauten Strecke erkennen Sie einen falschen Vorschlag sofort.
Mehr über die App: Eurowag Navigation. Oder laden Sie sie direkt für Android oder iOS herunter.




